Wiedereinstieg nach Elternzeit: So nutzt du die Chance für deine berufliche Neuorientierung

13. April 2026 | Mareike List

Wiedereinstieg nach Elternzeit: Chance für berufliche Neuorientierung - Headerbild Mutter mit Sohn vor Laptop

Bist du gerade in Elternzeit und kurz davor, wieder in deinen Beruf einzusteigen?

Vielleicht hast du zwischen Kita-Eingewöhnung, Schlafmangel und Alltag auch immer wieder diesen Gedanken:

“Ich will so nicht zurück.”

Und gleichzeitig ist da die Unsicherheit:

Was, wenn ich nichts Besseres finde?
Was, wenn ich in Teilzeit keinen guten Job bekomme?
Was, wenn ich mich falsch entscheide?

An diesem Punkt stehen viele Frauen beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit. 

Und genau hier geht es nicht nur um die Rückkehr in den Job, sondern um eine viel größere Frage:

Wie möchtest du eigentlich arbeiten – jetzt, mit deinem Leben als Mama?

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit Klarheit gewinnst und für dich entscheidest, ob Rückkehr oder Neustart der richtige Weg ist. Ich teile  mit dir konkrete Strategien und echte Beispiele für einen erfolgreichen Wiedereinstieg.

 

Das Wichtigste auf einen Blick

✓ Elternkompetenzen wie Organisation, Empathie und Entscheidungsstärke sind beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit ein echter Vorteil

✓ Netzwerken, Sichtbarkeit und frühe Gespräche mit dem Arbeitgeber sind oft entscheidender als klassische Bewerbungen

✓ Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist eine Chance, dein Arbeitsleben neu auszurichten

✓ Auch ein interner Wechsel, Quereinstieg oder Gründen in der Elternzeit können passende Optionen für einen Wiedereinstieg sein

✓ Eine berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit entsteht meist Schritt für Schritt, z. B. durch Weiterbildung oder erste Experimente

 
 

Wiedereinstieg nach Elternzeit: Warum so viele Frauen über einen Jobwechsel nachdenken

Viele Frauen planen ihren Wiedereinstieg nach der Elternzeit ursprünglich als Rückkehr in den alten Job. Doch in der Realität sieht es oft anders aus: Der Wiedereinstieg wird zum Wendepunkt.

Aktuelle Studien zeigen, dass mehr als jede dritte Frau nach der Elternzeit den Arbeitgeber wechselt und nur rund die Hälfte in ihre vorherige Position zurückkehrt.*

Mit einem Kind verändert sich nicht nur dein Alltag. Es verändert sich auch dein Blick auf Arbeit.

Plötzlich werden Fragen wichtiger, die vorher vielleicht im Hintergrund waren:

  • Passt dieser Job überhaupt noch zu meinem Leben?

  • Will ich so viel arbeiten wie vorher?

Viele Frauen merken in dieser Phase sehr klar, was nicht mehr passt. Der Job, der vorher schon nur „okay“ war, fühlt sich jetzt plötzlich komplett falsch an.

Gleichzeitig kommen neue Herausforderungen dazu:

  • Teilzeitstellen sind oft begrenzt oder wenig attraktiv

  • Karrierechancen scheinen eingeschränkt

  • Arbeitgeber reagieren nicht immer flexibel

  • Arbeitszeiten passen nicht mehr zum Familienalltag

Viele Frauen bleiben deshalb zunächst im alten Job, obwohl sie innerlich längst spüren, dass er nicht mehr passt. Andere entscheiden sich bewusst für einen Jobwechsel oder sogar für eine komplette Neuorientierung.

*Quelle: https://www.thestepstonegroup.com/deutsch/newsroom/pressemitteilungen/stepstone-studie-elternzeit-vor-allem-fuer-frauen-wendepunkt-in-der-karriere/

 

3 Schritte, die dir beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit wirklich Klarheit geben

Wenn du gerade denkst: „Ich weiß, dass ich so nicht zurück will, aber ich weiß auch nicht, was ich stattdessen will“, dann bist du genau an dem Punkt, an dem viele Frauen stehen.

Diese drei Schritte können dir helfen:

1. Was willst du wirklich? – Klarheit über deine Bedürfnisse

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist oft der erste Moment seit Langem, in dem du innehältst. Und genau darin liegt eine Chance.

Statt dich sofort zu fragen „Welcher Job passt jetzt?“, lohnt sich zuerst ein Schritt zurück.

Frag dich:

  • Was ist mir heute wirklich wichtig?

  • Wie möchte ich arbeiten – ganz konkret, mit meinem neuen Alltag mit Kind?

  • Welche Arbeitszeiten, welches Umfeld, welche Aufgaben passen zu meinem Leben?

Viele Frauen merken an dieser Stelle, dass nicht der Job an sich das Problem ist. Sondern ein Arbeitsmodell, das nicht mehr zum eigenen Leben passt.

2. Wohin willst du? – Konkrete Optionen entwickeln

Wenn du weißt, was dir wichtig ist, geht es im nächsten Schritt darum, Ideen zu sammeln.

Nicht die eine perfekte Idee. Sondern eine Sammlung verschiedener Optionen.

Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du dich beruflich verändern kannst.

Zum Beispiel:

  • Rückkehr in deinen alten Job

  • Jobwechsel

  • Wechsel in eine neue interne Rolle

  • Weiterbildung

  • erste Schritte in Richtung Selbstständigkeit

Viele Frauen springen hier zu schnell in die Entscheidung. Dabei ist genau diese Phase entscheidend:  Optionen testen, bevor du dich festlegst.

👉 Wie du auch mit Kindern erfolgreich Karriere machen kannst, welche konkreten Modelle es für eine Karriere mit Kindern gibt und wie andere Frauen Beruf und Familie vereinen können, kannst du in diesem Blogartikel nachlesen.

3. Was kannst du – Und was braucht es noch?

Im dritten Schritt geht es darum, deine Stärken ehrlich einzuordnen.

  • Welche Kompetenzen bringst du bereits mit?

  • Was passt gut zu deinem gewünschten beruflichen Weg?

  • Und wo fehlen dir vielleicht noch Fähigkeiten, die du gezielt aufbauen kannst?

Viele Frauen unterschätzen genau hier einen entscheidenden Punkt: was sie in der Elternzeit eigentlich gelernt haben.

👉 Tipp: Nutze deine Elternzeit gezielt für eine Weiterbildung, bevor du wieder einsteigst.

 

Elternkompetenzen: Was du in der Elternzeit gelernt hast (und warum das im Job zählt)

Viele Frauen unterschätzen, was sie in der Elternzeit gelernt haben.

Dabei zeigen Studien ein klares Bild: Eltern entwickeln durch Care-Arbeit messbar Kompetenzen, die auch im Berufsleben relevant sind. Insbesondere im Bereich Führung, Empathie und Entscheidungsfähigkeit.*

Typische Elternkompetenzen sind:

  • Resilienz und Stressfähigkeit

  • Entscheidungen unter Unsicherheit treffen

  • Empathie und Perspektivwechsel

  • Organisation und Priorisierung

  • Konfliktlösung und Verhandlung

  • Führen durch Orientierung statt Kontrolle

*Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/job.2762

Das Elternskill-Reel 2.0 von Larissa Hofer

Larissa Hofer zeigt in ihrem „Elternskill-Reel 2.0“, warum Elternkompetenzen heute relevanter sind denn je.

Elternkompetenzen im Elternskill Reel von Larissa Hofer

Das „Elternskill-Reel 2.0“ von Larissa Hofer

 

Denn unsere Arbeitswelt verändert sich gerade massiv:

Künstliche Intelligenz, Unsicherheiten, neue Arbeitsmodelle und gesellschaftliche Spannungen stellen Unternehmen vor völlig neue Herausforderungen.

Und genau hier bringen Eltern etwas mit, das sich kaum in klassischen Lebensläufen abbilden lässt: die Fähigkeit, mit Komplexität, Unsicherheit und Verantwortung im Alltag umzugehen.

Das Elternskill-Reel macht sichtbar, wie diese Kompetenzen zusammenwirken:

  • Im Umgang mit Digitalisierung und KI entwickeln Eltern kritische Medienkompetenz, Lernfähigkeit und Dialogstärke

  • In einer unsicheren, nicht planbaren Welt (BANI) trainieren sie täglich Resilienz, Flexibilität und Perspektivwechsel

  • In gesellschaftlich herausfordernden Zeiten stärken sie Empathie, Gemeinschaft und Sicherheit

  • Durch ihren Blick auf die nächste Generation entwickeln sie Verantwortungsbewusstsein und langfristiges Denken

Das Elternskill-Reel zeigt nicht nur einzelne Kompetenzen. Sondern vor allem ihre Kombination. Führungskompetenzen wie Konfliktfähigkeit und klare Kommunikation verbinden sich mit emotionaler Intelligenz, Selbstregulation und der Fähigkeit, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen.

Eltern trainieren genau die Skills, die in einer komplexen Arbeitswelt den Unterschied machen.

Und trotzdem werden sie im beruflichen Kontext oft nicht sichtbar gemacht.

 

“Elternzeit wird noch immer häufig als Lücke im Lebenslauf gesehen. Dabei entstehen genau in dieser Zeit Kompetenzen wie Priorisierung unter Druck, Entscheidungsfähigkeit, Resilienz und empathische Kommunikation – also Fähigkeiten, für die Unternehmen heute teure Trainings einkaufen.”

Julia Guntermann, Gründerin von MOMPETENZ

 

Rückkehr oder Neustart: Wie du beim Wiedereinstieg die richtige Entscheidung triffst

Beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit geht es selten nur um die Frage:
„Wann gehe ich zurück?“

Sondern viel öfter um diese:
„Will ich überhaupt so zurück?“

Genau hier stehen viele Frauen.

Auf der einen Seite:
Sicherheit, Vertrautheit, ein klarer Weg zurück.

Auf der anderen Seite:
Der Wunsch nach Veränderung.

Und oft fühlt es sich so an, als müsste man sich sofort entscheiden.

Das musst du nicht.

Rückkehr in den alten Job – wann sie wirklich sinnvoll ist

Die Rückkehr in den alten Job nach der Elternzeit kann genau richtig für dich sein.
Vor allem dann, wenn dein Job grundsätzlich zu dir passt.

👉 Zum Beispiel, wenn:

  • dir deine Aufgaben Spaß machen

  • dein Arbeitgeber flexibel ist

  • du Entwicklungsmöglichkeiten siehst

  • dein Job gut mit deinem Familienalltag vereinbar ist

Dann geht es oft nicht darum, alles zu verändern.
Sondern darum, deinen Wiedereinstieg bewusst zu gestalten.

So kannst du deine Rückkehr aktiv mitgestalten

  • Plane deinen Wiedereinstieg frühzeitig

  • Bleib – wenn möglich – während der Elternzeit in Kontakt

  • Überlege dir konkret, wie du zukünftig arbeiten möchtest

  • Sprich offen mit deiner Führungskraft über deine Vorstellungen

👉 Mehr zu deinen Rechten beim Wiedereinstieg:

Mein persönlicher Tipp:

Beantrage Brückenteilzeit statt sofortiger dauerhafter Reduktion deiner Arbeitszeit. Das sichert dir das Recht, später wieder in deinen Vollzeit-Job zurückkehren zu können. Und den Antrag auf Brückenteilzeit kannst du (auf freiwilliger Basis) immer wieder verlängern lassen - das mache ich seit meinem Wiedereinstieg.

So hältst du dir die Möglichkeit offen, flexibel deine Stundenanzahl reduzieren oder erhöhen zu können.

Meine Erfahrung: Veränderung im bestehenden Job

Ich bin nach meiner Elternzeit zurück in meinen Job gegangen. Aber nicht einfach in meine alte Rolle. Während meiner Elternzeit habe ich gemerkt, dass ich mich fachlich verändern möchte – weg von der Assistenz, hin zu einer reinen Projektmanagement-Rolle.

Ich habe das Gespräch mit meinem Chef gesucht und klar ausgesprochen, in welcher Position ich wieder einsteigen möchte.

Zusätzlich habe ich meine Arbeitszeit reduziert, um Raum für meine Coaching-Ausbildung und spätere Selbstständigkeit zu schaffen.

Neustart – wann Veränderung sinnvoll ist

Viele Frauen stellen sich beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit die Frage, ob ein Jobwechsel nach der Elternzeit sinnvoll ist. Denn manchmal reicht eine Anpassung im bestehenden Job nicht aus.

Hinweise darauf können sein:

  • dein Job hat schon vor dem Kind nicht wirklich gepasst

  • deine Arbeitsbedingungen lassen sich nicht verändern

  • du fühlst dich dauerhaft erschöpft oder fremdbestimmt

  • du hast den Wunsch, beruflich nochmal neu zu starten

Dann kann ein Neuanfang sinnvoll sein. Das bedeutet nicht automatisch, sofort zu kündigen. Sondern erst einmal, dich zu reflektieren.

👉 Wenn du tiefer in die Frage einsteigen willst, ob ein Jobwechsel für dich sinnvoll ist, lies dazu meinen Blogartikel “Jobwechsel: Ja oder Nein”.

👉 Oder wenn du merkst, dass du dich grundsätzlich neu ausrichten möchtest, könnte mein 5-Schritte-Fahrplan zur beruflichen Neuorientierung für dich hilfreich sein.

 

Wiedereinstieg nach Elternzeit als Chance für deine berufliche Neuorientierung

Die Elternzeit schafft etwas, das im Alltag oft fehlt: Abstand. Und genau dieser Abstand verändert deinen Blick.

Viele Frauen merken in dieser Zeit: Das, was vorher funktioniert hat, passt nicht mehr.

Und genau darin liegt die Chance: Nicht einfach zurückzugehen. Sondern dein Arbeitsleben jetzt bewusst neu auszurichten. So, dass es wirklich zu dir passt.

Für viele Frauen wird der Wiedereinstieg nach der Elternzeit zum Startpunkt für eine berufliche Neuorientierung.

Neuorientierung muss kein radikaler Neustart sein

Wenn du über Veränderung nachdenkst, bedeutet das nicht automatisch, alles hinzuschmeißen. Oft sind es nicht die großen Brüche, die den Unterschied machen. Sondern die kleinen, richtigen Anpassungen.

Mehr Klarheit über deine Stärken. Ein anderer Aufgabenfokus. Ein Arbeitsmodell, das besser zu deinem Leben passt.

Und genau dabei begleite ich dich auch in meinem Coaching: Schritt für Schritt, ohne Druck, aber mit klarer Struktur.

DESIGN YOUR JOB

In meinem 1:1 Coaching-Programm “Design Your Job” begleite ich Frauen dabei, einen Beruf zu finden, der zu ihren Stärken, Bedürfnissen und Werten passt.

👉 Buch dir gerne ein kostenfreies und unverbindliches Kennenlerngespräch, und wir schauen, ob mein Angebot das Richtige für dich ist.

 

Die Arbeitswelt verändert sich – und das ist deine Chance

Auch der Arbeitsmarkt hat sich verändert:

  • Lebensläufe sind heute weniger geradlinig.

  • Jobwechsel normaler.

  • Arbeitsmodelle flexibler.

  • Portfolio-Karrieren häufiger.

Das bedeutet: Du darfst deinen Weg neu denken, ohne dass es „untypisch“ ist.

 

Strategien für einen erfolgreichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Wichtig für einen erfolgreichen Wiedereinstieg ist vor allem:

  • Rahmenbedingungen aktiv gestalten

  • Netzwerk aktivieren

  • Sichtbarkeit aufbauen

  • Selbstbewusstsein stärken

  • Elternzeit strategisch nutzen als (KI-)Weiterbildungszeit

Lass uns sie im Detail durchgehen.

1. Rahmenbedingungen aktiv gestalten

Der Wiedereinstieg ist nicht nur deine Aufgabe.

Er betrifft auch dein Umfeld.

Diese Fragen solltest du klären:

  • Wie teilt ihr euch als Eltern die Care-Arbeit auf?

  • Welche Betreuung ist realistisch? Gibt es einen Plan B (Oma/Opa, Babysitter, Aupair etc.)?

  • Welche Arbeitszeiten brauchst du? 5 Tage mit verkürzten Stunden oder 4 lange Tage und dafür einen Tag frei?

Wichtig ist, dass du deine Bedürfnisse offen ansprichst und aktiv wirst.

Neben sozialer Unterstützung (vor allem durch den Partner) ist eine gerechte Aufgabenverteilung sowie verlässliche Kinderbetreuung entscheidend für echte Vereinbarkeit.

👉 Mehr dazu findest du auch in meinem Artikel über Vereinbarkeit von Kind und Karriere.

Je klarer du dir deiner Bedürfnisse und Wünsche bist, desto eher kannst du deinen Job und die Rahmenbedingungen mitgestalten.

2. Netzwerk aktivieren – bevor du es brauchst

Viele Frauen starten mit Bewerbungen, obwohl sie ihr Netzwerk noch gar nicht genutzt haben.

Dabei entstehen viele gute Jobs über Kontakte.

So kannst du vorgehen:

  • frühere Kolleg:innen kontaktieren

  • lose Kontakte wieder aktivieren

  • dich mit anderen Müttern (oder Vätern) austauschen

  • sichtbar machen, dass du wieder einsteigen willst

👉 Wenn du unsicher bist, wie du anfangen sollst, schau dir meinen Blogartikel über “Netzwerken lernen” an.

Netzwerken bedeutet nicht, dich zu „verkaufen“. Sondern ehrliches Interesse zu zeigen.

3. Sichtbarkeit: Zeig, was du kannst

Nach der Elternzeit fühlen sich viele Frauen unsichtbar.

Das ist normal. Aber es darf nicht dazu führen, dass du dich kleiner machst als du bist.

Wichtig ist:

  • Sprich über deine Erfahrungen

  • Benenne deine Stärken klar

  • Zeig, was du beitragen kannst

Gerade die Elternkompetenzen aus dem vorherigen Abschnitt sind hierfür ein riesiger Hebel.

4. Selbstbewusstsein aufbauen – Schritt für Schritt

Selbstbewusstsein kommt nicht von allein zurück. Es entsteht durch Klarheit und kleine Schritte.

Konkrete Ansätze können sein:

  • deine Stärken aufschreiben (inkl. Elternkompetenzen)

  • einen kurzen Pitch über dich formulieren

  • erste Gespräche führen, ohne Druck

  • dich bewusst in neue Situationen bringen

Viele Frauen warten, bis sie sich „bereit“ fühlen. In Wirklichkeit entsteht Sicherheit oft erst im Tun.

Auch ein Coaching oder eine Psychotherapie können helfen, Blockaden zu lösen oder Selbstvertrauen aufzubauen.

5. Elternzeit strategisch nutzen als (KI-)Weiterbildungszeit

Die Elternzeit ist nicht nur eine Pause vom Job. Sondern kann auch eine Investition in deine Zukunft sein.

Gerade weil sich die Arbeitswelt schnell verändert, kann es sinnvoll sein, dranzubleiben:

  • neue Themen kennenlernen

  • dich weiterbilden

  • erste Ideen ausprobieren

👉 Tipp: Um in einem safe space nur für Frauen gezielt an deiner KI-Kompetenz zu arbeiten, empfehle ich immer wieder gerne die Angebote vom Female AI Club. Schau mal rein!

 

👉 Beispiel aus der Praxis: Ann-Kathrin, Führungskraft in einem Pharmaunternehmen, hat nach ihrer ersten Elternzeit gemerkt, dass sie fachlich teilweise den Anschluss verloren hatte. In ihrer zweiten Elternzeit hat sie das bewusst anders gemacht: Sie hat sich gezielt weitergebildet und sich mit neuen Themen wie digitalen Geschäftsmodellen und KI beschäftigt. Im Rückblick war genau das die Grundlage für ihren späteren beruflichen Karriereschritt.

 

So unterschiedlich kann dein Wiedereinstieg aussehen: 3 ehrliche Erfahrungsberichte

Es gibt nicht den einen, richtigen Weg für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit.

Aber es hilft, zu sehen, wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann. Vielleicht inspiriert dich ja das eine oder andere learning dieser Frauen.

Beispiel 1: Rückkehr mit Beförderung

Regina Brockmann, Managerin bei Hewlett-Packard-Enterprise, ist nach zwei Elternzeiten (und insgesamt 4 Jahren Auszeit) in ihren Job zurückgekehrt und wurde kurze Zeit später befördert.

Was den Unterschied gemacht hat:

Sie ist während ihrer Elternzeit bewusst in Kontakt geblieben, hat sich über Entwicklungen im Unternehmen informiert und frühzeitig Gespräche über ihre Rückkehr geführt. Und: sie hat aktiv darüber gesprochen, wo sie nach ihrem Wiedereinstieg hin möchte.

“Diese vier Jahre Auszeit waren karrierefördernd für mich.”

Beispiel 2: Interner Wechsel

Sophie L., wusste schon während der Elternzeit, dass sie so nicht in ihren alten Job im Konzern zurückkehren möchte.

Was sie aber nicht wollte: direkt kündigen.

Sie hat frühzeitig das Gespräch gesucht und intern eine neue Rolle gefunden, mit anderen Aufgaben und besseren Arbeitszeiten.

Für sie war das der perfekte Mittelweg:
Veränderung, ohne komplett neu anfangen zu müssen.

Beispiel 3: Wiedereinstieg als Unternehmens-Gründerin

Jana Deckelmann, Co-Gründerin von fembites, hat ihr Startup aufgebaut und währenddessen zwei Kinder bekommen.

Was für sie den Unterschied gemacht hat: bewusste Planung und ein starkes Umfeld.

Die Elternzeit haben sie und ihr Mann unterschiedlich gestaltet. Beim zweiten Kind hat er sie komplett übernommen. Für sie war klar: Verantwortung muss geteilt werden.

Ein entscheidender Vorteil war die weitgehende Planbarkeit einer Schwangerschaft bzw. der Zeit des Mutterschutzes. So konnte Jana rechtzeitig Launches, Verantwortlichkeiten und interne Strukturen in ihrem Unternehmen klären.

Ein Learning, das sie überrascht hat: Ihr Baby hat viele berufliche Situationen sogar erleichtert.

„Ein Baby macht Gespräche unglaublich nahbar. Menschen öffnen sich anders, wenn ein Baby im Raum ist.“

Natürlich gab es auch Herausforderungen, z.B. bei Abendterminen. Umso wichtiger waren für sie ein remotes Arbeitsmodell und als Unterstützung ihr Partner und ihre Eltern.

Ihre wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  • Ein Partner, der wirklich Verantwortung übernimmt

  • Klare Kommunikation im Team und Umfeld

  • Flexibilität und die Bereitschaft, alte Vorstellungen davon, wie Arbeit “aussehen muss” abzuschütteln und neu zu denken (aka Baby mit ins Meeting)

Ihr Fazit: Vereinbarkeit ist kein „Frauenthema“, sondern eine gemeinsame Aufgabe.

Janas Weg zeigt, dass auch Elternzeit und Unternehmertum funktionieren kann. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Was all diese Wege gemeinsam haben

Die Entscheidungen sehen unterschiedlich aus.

Aber ein paar Dinge sind immer gleich:

  • Es gibt nicht den einen richtigen Zeitpunkt

  • Klarheit entsteht oft erst im Prozess

  • Veränderung passiert selten auf einmal

  • und: Der erste Schritt ist meistens der wichtigste

 

Fazit: Dein Wiedereinstieg nach der Elternzeit darf sich richtig anfühlen

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist mehr als nur die Rückkehr in deinen Job.

Er ist ein Moment, in dem du innehältst. Und dich fragen kannst:

Passt das, was ich bisher gemacht habe, noch zu meinem Leben?

Vielleicht lautet deine Antwort: Ja. Vielleicht: Nicht mehr ganz. Vielleicht: Auf keinen Fall. Und all das ist völlig okay.

Du musst dich nicht sofort entscheiden. Und du musst auch nicht alles auf einmal verändern. Aber du darfst anfangen, ehrlich hinzuschauen. Und Schritt für Schritt deinen eigenen Weg zu gestalten.

 

Wenn du Unterstützung für deine berufliche Neuorientierung suchst, vereinbare gerne ein kostenloses Erstgespräch mit mir.

 

Häufige Fragen zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit

  • Viele Frauen befürchten, dass sie nach der Elternzeit in Teilzeit keinen passenden Job finden. Tatsächlich entstehen viele gute Möglichkeiten nicht über klassische Bewerbungen, sondern über Kontakte, gezielte Suche nach familienfreundlichen Arbeitgebern und eine klare Kommunikation der eigenen Bedürfnisse. Entscheidend ist, deine Kompetenzen selbstbewusst darzustellen und dein Netzwerk aktiv zu nutzen.

  • Die Elternzeit musst du in deiner Bewerbung nicht rechtfertigen, sondern kannst sie sachlich im Lebenslauf benennen. Wichtiger ist, deine Kompetenzen klar herauszustellen – gerade Fähigkeiten wie Organisation, Kommunikation und Entscheidungsstärke sind in dieser Zeit oft gewachsen. Diese kannst du aktiv für dich nutzen.

  • Nach der Elternzeit gilt wieder der reguläre Kündigungsschutz, eine Kündigung ist also möglich, muss aber rechtlich begründet sein. Wichtig ist, deine Unterlagen zu prüfen und dir im Zweifel rechtliche Unterstützung zu holen. Initiativen wie #proparents machen zusätzlich auf strukturelle Benachteiligung von Eltern im Job aufmerksam.

 

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Hi, ich bin Mareike, systemische Coach & Expertin für berufliche Neuorientierung.

Ich zeige Frauen mit Berufserfahrung, wie sie sich neu aufstellen können. Ohne Bewerbungsfrust. Dafür mit starkem Netzwerk, Klarheit und echtem Selbstvertrauen.

In meiner Freizeit lese ich gerne - meistens zwei bis drei Bücher gleichzeitig 😉 Oder baue mit meinem Sohn Bagger-Rampen im Sandkasten.

 
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