Jobwechsel: Ja oder nein?

Zwei Schilder mit "yes" (ja) und "no" (nein) zur Entscheidung zwischen bleiben oder kündigen.

14. Januar 2026 | Mareike List

Unzufrieden im Job, aber gleich kündigen? 

Viele Frauen in Umbruchphasen kennen diese Zerrissenheit: Einerseits das Bedürfnis nach Sicherheit, andererseits die Sehnsucht nach Veränderung

In diesem Artikel erfährst du:

  • welche Anzeichen darauf hinweisen, dass ein Jobwechsel für dich wirklich dran sein könnte

  • wie du strukturiert Klarheit über deinen Veränderungswunsch, deine Optionen und deine nächsten Schritte gewinnst

  • und wie du mit Angst, Zweifeln und Glaubenssätzen so umgehst, dass du eine Entscheidung treffen kannst, die sich für dich stimmig anfühlt.

 

Das Wichtigste auf einen Blick

✓ Ein Jobwechsel ist ein Prozess: von Klarheit über den Veränderungswunsch bis hin zu konkreten Schritten.

✓ Bevor du kündigst, lohnt es sich, alle Gestaltungsmöglichkeiten im bestehenden Job auszuschöpfen (“Jobcrafting”).

✓ Eine berufliche Vision, die zu deinen Werten, Stärken und Lebensumständen passt, ist die wichtigste Grundlage für jede gute Entscheidung.

✓ Strukturierte Methoden wie die 10–10–10-Methode und das Tetralemma helfen dir, Kopf und Bauch zusammenzubringen, statt dich im Grübeln zu verlieren.

✓ Veränderung gelingt am besten in kleinen Schritten. So gewinnst du Sicherheit, ohne alles auf einmal zu riskieren.

 
 

10 Anzeichen, dass es Zeit für einen Jobwechsel ist

Es gibt klare Warnsignale, die zeigen: So geht es nicht weiter. Wenn mehrere dieser Anzeichen bei dir zutreffen, solltest du ernsthaft über einen Jobwechsel nachdenken.

  1. Das Sonntagabend-Gefühl wird zum Dauerzustand
    Schon am Wochenende schnürt dir der Gedanke an Montag die Kehle zu. Dein Körper signalisiert dir, dass der Job dich mehr stresst, als dir guttut.

  2. Du bist permanent unterfordert
    Du erledigst deine Aufgaben im Halbschlaf und sehnst dich nach echten Herausforderungen. Statt Langeweile solltest du einen Job haben, der dich fordert und wachsen lässt.

  3. Es gibt keine Perspektive mehr
    Wenn du seit Jahren auf der gleichen Stelle trittst und keine Entwicklung möglich ist, verlierst du deine Motivation und Energie.

  4. Dein Leben passt nicht mehr zum Job
    Kinder, Partnerschaft, Pflege von Angehörigen: Deine Lebensumstände haben sich verändert, aber dein Job bleibt starr. Ein klares Zeichen, dass er nicht mehr zu dir passt.

  5. Du redest dir alles schön
    „Es ist nur eine stressige Phase“. Und plötzlich ist ein Jahr vergangen. Wenn du ständig Ausreden findest, warum es doch auszuhalten ist, steckt mehr dahinter.

  6. Führung und Kultur sind toxisch
    Schlechte Chefs, fehlende Unterstützung, ungerechte Strukturen. Ein Umfeld, das dich klein macht, raubt dir langfristig Kraft und Selbstvertrauen.

  7. Dein Bauchgefühl schreit Stopp
    Manchmal weißt du es längst: du willst hier nicht bleiben. Dein Bauchgefühl meldet sich, lange bevor du es dir rational eingestehst.

  8. Dein Privatleben leidet
    Abends bist du so erschöpft, dass für dich, deine Familie oder Hobbys keine Energie bleibt. Arbeit sollte dein Leben nicht auffressen.

  9. Dein Körper macht nicht mehr mit
    Kopfschmerzen, Schlafprobleme, häufige Infekte. Dein Körper zieht die Notbremse. Ignorierst du die Signale, zahlst du später einen hohen Preis.

  10. Du fühlst dich nicht gesehen
    Wertschätzung fehlt, deine Leistung verpufft im Nichts. Jeder Mensch will das Gefühl haben, einen Unterschied zu machen. Bekommst du das nicht, ist es Zeit, dir etwas anderes zu suchen.

Diese Anzeichen sind wie Wegweiser. Wenn du mehrere davon bei dir wiedererkennst, ist das kein Zufall. Es ist ein Signal, dass du genauer hinschauen solltest, und vielleicht einen neuen Weg einschlagen darfst.

 

Klarheit über deinen Veränderungswunsch

Bevor du über Kündigen oder Wechseln nachdenkst, brauchst du Klarheit darüber, was genau dich unzufrieden macht. 

Viele Frauen kommen zu mir ins Coaching und sagen: „Ich weiß nur, dass es so nicht weitergeht.“ Doch oft steckt nicht „der ganze Job“ dahinter, sondern einzelne Stellschrauben, die sich sehr unterschiedlich anfühlen:

  • Aufgaben, die dich langweilen oder überfordern

  • ein Team, das nicht (mehr) zu dir passt

  • eine Führungskraft, die dich nicht unterstützt

  • innere Werte, die mit dem Arbeitgeber kollidieren

  • zu viel Belastung, zu wenig Entlastung

  • fehlende Entwicklung oder Perspektive

Eine ehrliche Bestandsaufnahme hilft dir zu sortieren:
Was genau macht dich unzufrieden?

Du kannst dich fragen:

  • Welche Situationen ziehen mir regelmäßig Energie?

  • Welche meiner Bedürfnisse kommen zu kurz? (z. B. Sicherheit, Anerkennung, Gestaltung, Weiterentwicklung, Ruhe)

  • Was hat sich in den letzten Monaten verändert, im Job und bei mir?

  • Wovon bräuchte ich mehr, wovon weniger?

Je klarer du herausarbeitest, was dich wirklich stört, desto einfacher wird später die Frage:
Kann ich etwas verändern oder brauche ich tatsächlich einen Jobwechsel?

 

5 Alternativen zur Kündigung

Nicht immer ist eine Kündigung die beste Lösung. Mit Jobcrafting kannst du deinen Arbeitsalltag so anpassen, dass er wieder mehr zu dir passt und du zufriedener bist.

Hier sind fünf Wege::

1. Offenes Gespräch mit deiner Führungskraft

Viele Wünsche lassen sich klären, bevor sie zum Kündigungsgrund werden: andere Aufgaben, mehr Verantwortung, flexiblere Arbeitszeiten, klare Prioritäten. Oft ist doch mehr möglich, als man ursprünglich glaubt.

2. Team- oder Abteilungswechsel

Manchmal liegt die Unzufriedenheit weniger an der Aufgabe selbst als eher an deinem direkten Umfeld. Ein interner Wechsel kann Wunder wirken und eröffnet oft komplett neue Perspektiven.

3. Weiterbildung & Spezialisierung

Wenn dir Abwechslung oder Herausforderung fehlt, kann eine Weiterbildung neuen Schwung bringen. Viele Unternehmen unterstützen das finanziell, frag einfach nach.

 

👉 Tipp: In vielen Bundesländern kannst du Bildungsurlaub beantragen. Das sind bis zu 5 Tage pro Jahr, in denen du für eine Fortbildung freigestellt werden kannst. Ich habe z.B. vor kurzem einen Bildungsurlaub als Ausbildung zur “Stressmanagement-Trainerin” gemacht. Die Kenntnisse kann ich super in meinem Hauptjob, wie auch in meiner Selbstständigkeit anwenden.

 

4. Aufgaben bewusst gestalten

Welche Tätigkeiten geben dir Energie? Welche ziehen dir Kraft?
Manchmal reicht es, einzelne Aufgaben abzugeben, umzustrukturieren oder neue Projekte zu übernehmen, um wieder mehr Erfüllung zu spüren.

5. Neues im Kleinen ausprobieren

Ein neues Projekt, eine andere Rolle im Team, ein Arbeitsschwerpunkt oder ein Pilotversuch. Kleine Experimente zeigen dir, was du wirklich willst, ohne gleich alles verändern zu müssen.

Erst wenn du erkennst, dass echte Veränderung im aktuellen Job (= Jobcrafting) nicht möglich ist, wird ein Jobwechsel zur klaren Option.

Beispiel aus dem Coaching:

Eine Klientin wollte kündigen, weil sie sich in ihrem Job nur noch gelangweilt hat. Im Coaching wurde klar: Ihr fehlten neue Herausforderungen. Anstatt sofort zu gehen, schlug sie ein Projekt in einem angrenzenden Bereich vor und startete parallel eine Weiterbildung. Das Ergebnis: mehr Motivation im Alltag und die Sicherheit, später aus einer gestärkten Position heraus über einen Jobwechsel entscheiden zu können.

Eine Kündigung ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Wenn du diese bewusst gestaltest, kannst du dir schon im bestehenden Job neue Perspektiven schaffen, und entscheidest später klarer, ob ein Wechsel wirklich sinnvoll ist.

 

Wichtig für dich:
Lass deine Abfindung und die Höhe prüfen, bevor du zustimmst. Diese Summe kann ein finanzielles Sprungbrett sein, für eine Auszeit, eine Weiterbildung oder den Start in etwas Neues.

 

Berufliche Vision finden

Viele Frauen wissen meistens sehr genau, wovon sie wegwollen. Aber nicht, wohin sie stattdessen möchten.

Wer aber nur vor etwas flieht, landet oft wieder in ähnlichen Mustern.

Deshalb ist eine berufliche Vision so wichtig. Sie muss nicht groß oder perfekt sein. Für den Anfang reichen auch erstmal einzelne Aspekte, Bilder oder Gefühle.

Fragen, die dir helfen:

  • Welche Werte sind mir heute wichtig? (z. B. Familie, Freiheit, Sicherheit, Sinn, Wachstum)

  • Welche Stärken möchte ich endlich einsetzen?

  • Wie soll sich mein Arbeitsalltag anfühlen?

  • Welche Art von Umfeld tut mir gut?

  • Welche Rahmenbedingungen brauche ich, damit ich aufblühe?

Diese Vision muss nicht direkt ein ausgearbeiteter „5-Jahres-Plan“ sein, sondern ist eher wie ein innerer Kompass.


Dieser innere Kompass zeigt dir:

  • welche Jobs zu dir passen

  • in welcher Art von Unternehmen du dich wohl fühlst

  • und welche Rahmenbedingungen du brauchst, um gesund und zufrieden arbeiten zu können.

Je klarer deine Vision, desto leichter wird jede Entscheidung.

 

DESIGN YOUR JOB

Hast du überhaupt keine Idee, was dir Spaß machen könnte?

Und wünscht du dir eine strukturierte Methode und eine professionelle Begleitung, die dich dabei unterstützt, genau das herauszufinden?

Dafür habe ich mein 1:1 Coaching-Programm “Design Your Job” entwickelt.

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Welche Optionen für eine berufliche Veränderung gibt es?

Wenn deine Vision klarer wird, kannst du echte Job-Optionen entwickeln.

Das können sein:

  • interne Wechselmöglichkeiten

  • passende Rollen bei anderen Unternehmen

  • eine andere Branche, die du schon lange spannend findest

  • alternative Arbeitsmodelle wie Teilzeit, Projektarbeit oder (nebenberufliche) Selbstständigkeit

Wichtig ist auch ein realistischer Blick auf den Markt:

  • Welche Stellen gibt es?

  • Welche Gehaltsbandbreiten?

  • Welche Skills sind gefragt?

  • Welche Trends beeinflussen deine Branche?

Und einer der wertvollsten Schritte:

Mit Menschen sprechen

Nichts ersetzt echte Einblicke. Rede mit Kolleginnen, Freundinnen oder Menschen, die deinen Wunschweg schon gehen.


Das nennt man Natural Networking und ist oft der beste Weg wirkliche Klarheit über potenzielle Jobs und Unternehmen zu gewinnen.

 

Wie überwinde ich die Angst vor einer Kündigung?

Die größte Angst vor einem Jobwechsel entsteht selten durch äußere Risiken. Sie entsteht im Kopf. Viele Frauen, die eigentlich bereit wären, etwas zu verändern, lassen sich von inneren Glaubenssätzen ausbremsen:

„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich mache bestimmt einen Fehler.“
„Andere dürfen mutig sein, ich nicht.“

Solche Überzeugungen erzeugen Angst und halten dich dort fest, wo du eigentlich nicht mehr sein möchtest. Um die Angst zu überwinden, hilft es deshalb nicht, noch mehr zu analysieren, sondern die Gedanken zu prüfen, die sie überhaupt erst auslösen.

Eine einfache und sehr wirksame Methode dafür ist The Work von Byron Katie.

Die 4 Fragen aus „The Work“

Nimm einen deiner typischen Gedanken, zum Beispiel:
„Ich kann mich nicht bewerben, weil ich nicht gut genug bin.“

Gehe dann diese vier Fragen durch:

  1. Ist das wahr?

  2. Kann ich absolut sicher sein, dass es wahr ist?

  3. Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken glaube?

  4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

Dann dreh den Gedanken um, z. B. in:
„Ich bin gut genug.“
Und suche reale Beispiele dafür. 

Beispiel aus dem Coaching

Eine Klientin glaubte fest:
„Ich bin nicht kompetent genug, um den Job zu wechseln.“

Sie hatte monatelang Bewerbungen aufgeschoben.
Im Coaching haben wir ihren Glaubenssatz mit „The Work“ geprüft. Bei Frage 2 („Kannst du absolut sicher sein…?“) erkannte sie, dass der Satz nur eine alte Angst war, kein Fakt. Sie fand mehrere Beispiele, in denen sie Herausforderungen souverän gemeistert hatte.

Ihr neuer Gedanke wurde:
„Ich habe genug Fähigkeiten für den nächsten Schritt.“

Eine Woche später schrieb sie ihre erste Bewerbung. Nicht weil die Angst weg war, sondern weil sie nicht mehr das Steuer in der Hand hatte.

 

Optionen für den Jobwechsel abwägen

Klarheit entsteht, wenn du Struktur in deine Entscheidung bringst, deine Optionen bewusst durchdenkst, und auch dein Bauchgefühl einbeziehst.

Viele Frauen, die zu mir ins Coaching kommen, drehen sich monatelang im Kreis. Sie grübeln, hören widersprüchliche Ratschläge aus dem Umfeld, und am Ende fühlen sie sich noch blockierter als vorher.

Die folgenden zwei erprobten Methoden helfen dir, deine Optionen zu konkretisieren und Kopf UND Bauch einzubeziehen, um dann eine Entscheidung treffen zu können, die wirklich zu dir passt.

Die 10–10–10-Methode: Distanz gewinnen

Stell dir vor, du triffst heute die Entscheidung, deinen Job zu wechseln. Wie fühlt sie sich nach 10 Tagen, 10 Monaten und 10 Jahren an? So erkennst du, ob Angst oder Klarheit dich leitet.

Die von Autorin Suzy Welch entwickelte “Die 10–10–10-Methode” hilft dir, Abstand zu gewinnen. Nimm dir Zettel und Stift und beantworte drei Fragen:

  • Wie geht es mir mit dieser Entscheidung in 10 Tagen?

  • Wie in 10 Monaten?

  • Und wie in 10 Jahren?

Notiere nicht nur Fakten (z. B. Gehalt, Karrierechance), sondern auch Gefühle (Sicherheit, Freude, Angst). Du wirst sehen: Viele kurzfristige Sorgen verlieren über den längeren Zeitraum ihre Kraft und dein Fokus verschiebt sich auf das, was dir wirklich wichtig ist. 

Das Tetralemma: Mehr als Entweder-oder

Statt dich ständig zu fragen: „Soll ich gehen oder bleiben?“, öffnet die Tetralemma-Methode neue Möglichkeiten: beides, keines oder etwas ganz anderes.

Das Tetralemma ist eine meiner Lieblings-Methoden aus dem systemischen Coaching (entwickelt von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd). Es hilft, festgefahrenes Schwarz-Weiß-Denken zu durchbrechen.

So funktioniert es:

Wenn wir über Job-Entscheidungen nachdenken, sehen wir oft nur zwei Optionen: bleiben oder kündigen. Das Tetralemma erweitert diese Perspektive:

  1. Bleiben: Du entscheidest dich bewusst dafür, im aktuellen Job zu bleiben. Vielleicht, weil er dir Sicherheit bietet oder du noch etwas lernen möchtest.

  2. Gehen: Du kündigst und suchst dir einen neuen Job.

  3. Beides: Hierbei ist z.B. folgendes Szenario denkbar: Du bleibst zunächst in deinem Job und probierst parallel etwas Neues aus, z.B. ein Nebenprojekt, eine Weiterbildung oder den Aufbau einer Selbstständigkeit.

  4. Keines von beidem: Das könnte z.B. bedeuten, dass du dir eine Auszeit in Form eines Sabbaticals zur Neuorientierung nimmst.

  5. Etwas ganz anderes: Dies ist oft die spannendste Position im Coaching. Hierbei zeigen sich bisher unausgesprochene oder verdrängte Bedürfnisse. Das könnte z.B. ein kompletter Branchenwechsel, eine langersehnte Weltreise, oder auch das Thema Kinderwunsch sein.

Indem du jede Option einmal gedanklich durchspielst, merkst du schnell: Es gibt viel mehr Spielraum, als dir auf den ersten Blick bewusst war.

Beispiel aus dem Coaching:

Eine Klientin schwankte zwischen sicherer Anstellung und Selbstständigkeit. Mit dem Tetralemma entdeckte sie einen dritten Weg: Sie reduzierte auf Teilzeit und startete ihr eigenes Business nebenbei. So konnte sie Sicherheit und Freiheit verbinden.

 

Kündigen oder bleiben: Entscheidung treffen und handeln

Viele Frauen glauben, eine Entscheidung für den Jobwechsel bedeute, sofort alles über den Haufen werfen zu müssen. Doch oft ist das Gegenteil der Fall: Wirkliche Veränderung entsteht selten durch einen großen Umbruch, sondern eher durch viele kleine, mutige Schritte.

Dieser Ansatz nimmt Druck raus und schafft Sicherheit. Und genau deshalb funktioniert er.

Job Design: Veränderung in kleinen Schritten

Wenn du dich entschieden hast, deinen Weg aktiv zu gestalten – ob im bestehenden Job oder in Richtung Wechsel –, helfen dir diese Prinzipien:

  • Starte nebenbei: Nimm dir ein Projekt, eine Weiterbildung oder einen Kurs vor, der dich deinem Ziel näher bringt. Kleine Aktionen machen den Unterschied.

  • Arbeite mit Zeitfenstern: Plane bewusst 3, 6 oder 12 Monate, und entscheide danach, wie es weitergeht. So wächst dein Weg Schritt für Schritt.

  • Nutze Feedback-Schleifen: Reflektiere regelmäßig: Was hat gut funktioniert? Was hat mir Energie gegeben? Was will ich verändern?

  • Schaffe dir Freiräume: Überlege, ob du deine Arbeitszeit reduzieren kannst. Schon ein Tag pro Woche mehr für dich und deine Zukunftsidee kann viel bewegen.

Beispiel: Mein eigener Weg zum Coaching-Business

Genau so habe ich es selbst gemacht. Ich habe meine Arbeitszeit reduziert, um mir einen freien Tag pro Woche zu schaffen. Diesen Tag habe ich genutzt, um meine Coaching-Ausbildung zu absolvieren, erste Test-Coachings durchzuführen und Schritt für Schritt mein Business aufzubauen. Nach einem Jahr hatte ich nicht nur meine Ausbildung abgeschlossen, sondern auch die ersten Kundinnen und ein klares Fundament für meinen weiteren Weg gelegt. Ohne den Druck, sofort alles auf eine Karte setzen zu müssen.

Veränderung ist kein radikaler Bruch. Sie entsteht durch kleine, konsequente Schritte. Wenn du so vorgehst, wächst mit jedem Schritt deine Sicherheit und du baust dir eine neue berufliche Zukunft, die wirklich zu dir passt.

Unterstützung macht deinen Weg leichter

Du musst deinen Weg nicht allein gehen. Gerade in einer Phase, in der bei dir viele Gedanken kreisen und Zweifel laut werden, kann eine neutrale, professionelle Begleitung den Unterschied machen.

Ein Coaching hilft dir:

  • deine nächsten Schritte klar zu sehen,

  • Mut aufzubauen,

  • Prioritäten zu sortieren,

  • blinde Flecken zu erkennen,

  • und deinen Weg konsequent zu gehen.

Wenn du das Gefühl hast, festzustecken oder dich ständig im Kreis zu drehen, bist du damit nicht allein und du musst da auch nicht allein durch.

👉 Wenn du willst, begleite ich dich gerne. Vereinbare jetzt dein unverbindliches Erstgespräch und wir schauen gemeinsam, wie du deinen Weg in kleinen, machbaren Schritten gehen kannst.

 

Jobwechsel ja oder nein: Der Entscheidungsprozess in 6 Schritten

  1. Klarheit gewinnen:
    Was genau macht dich unzufrieden – Aufgaben, Umfeld, Führung, Werte, Belastung oder fehlende Entwicklung?

  2. Gestaltungsmöglichkeiten prüfen (Jobcrafting):
    Was lässt sich im bestehenden Job verändern – durch Gespräche, neue Aufgaben, Weiterbildung, interne Wechsel oder kleine Experimente?

  3. Deine berufliche Vision entwickeln:
    Welche Werte, Stärken, Bedürfnisse und Rahmenbedingungen sollen deine Arbeit langfristig prägen?

  4. Optionen sammeln und Informationen einholen:
    Welche realistischen Wege stehen dir offen – intern, extern, branchenübergreifend, in Teilzeit, projektbasiert oder nebenberuflich?

  5. Angst vor Jobwechsel überwinden:
    Identifiziere blockierende Denkmuster und wandle sie in förderliche Überzeugungen.

  6. Optionen abwägen:
    Nutze strukturierte Methoden wie die 10–10–10-Methode oder das Tetralemma, um Kopf und Bauch zu verbinden und Szenarien klarer zu sehen.

Entscheidung treffen und in kleinen Schritten umsetzen:
Veränderung entsteht selten durch den großen Sprung, sondern durch viele kleine Schritte – mit Zeitfenstern, Feedback-Schleifen und Unterstützung

Denkfallen vermeiden

Eine wichtige Ergänzung: Vermeide den Bestätigungsfehler. Wenn du schon im Kopf hast, dass Kündigen die Lösung ist, suchst du automatisch Argumente dafür und übersiehst Chancen im aktuellen Job. Nimm dir bewusst Zeit, die Gegenposition einzunehmen: Was spricht dafür, zu bleiben? So gewinnst du ein ausgewogeneres Bild.

 

12 Tipps für deinen erfolgreichen Jobwechsel

Ein Jobwechsel gelingt am besten, wenn er bewusst geplant ist. Diese Tipps helfen dir, Klarheit zu gewinnen, mutig zu handeln und den Übergang gut zu gestalten.

1. Kläre deine Motive

Frag dich: Warum will ich wirklich wechseln? Ist es nur Frust oder steckt ein tieferer Wunsch dahinter? Nur wenn du deine wahren Beweggründe kennst, triffst du eine Entscheidung, die dich langfristig glücklich machen wird.

2. Richte dich an deinen Werten aus

Ein Job ist dann erfüllend, wenn er zu deinen Werten passt. Mach dir klar: Welche Werte sind mir gerade wirklich wichtig? Familie, Sicherheit, Sinn, Weiterentwicklung? Ein Wechsel sollte dich diesen Werten näherbringen.

3. Plane bewusst statt spontan

Eine Kündigung aus dem Bauch heraus kann zu schnellen Reuegefühlen führen. Analysiere deine aktuelle Situation, deine Wünsche und deine Perspektiven. Erst planen, dann handeln.

4. Prüfe Alternativen zur Kündigung

Manchmal braucht es keinen kompletten Neustart. Mit Jobcrafting, einem internen Wechsel oder einer Weiterbildung kannst du viel verändern, ohne sofort zu kündigen.

5. Mach dir die Kosten des Bleibens klar

Wir denken oft nur an die Risiken eines Wechsels, aber selten an die Kosten des Bleibens. Frag dich: Was kostet es mich, hierzubleiben, an Energie, Gesundheit, Zufriedenheit? Diese Rechnung verändert oft den Blick.

6. Analysiere den Arbeitsmarkt

Schau, welche Chancen es gibt. Informiere dich über Branchen, Gehaltsmodelle und Stellen. Je besser du die Möglichkeiten kennst, desto weniger beängstigend wirkt der Wechsel.

7. Teste in kleinen Schritten

Du musst nicht sofort alles auf eine Karte setzen. Starte ein Nebenprojekt, sprich mit Menschen, die deinen Traumjob schon leben, oder probiere ein neues Arbeitsmodell für ein paar Wochen. Kleine Schritte schaffen Sicherheit.

👉 Lies hier mehr über die fünf wichtigsten Vorteile von Netzwerken für die Jobsuche.

8. Netzwerke gezielt

Viele Stellen entstehen über Kontakte, nicht über Bewerbungen. Bau dein Netzwerk auf, online und offline. Erzähle Menschen von deinem Wechselwunsch. So öffnen sich oft Türen, mit denen du nicht gerechnet hast.

9. Kommuniziere professionell

Wenn du kündigst, tu es respektvoll und klar. Sprich früh mit deiner Führungskraft, bereite die Übergabe vor. Eine faire Trennung erleichtert nicht nur den Abschied, sondern wirkt auch professionell. Und man weiß nie, wann man sich vielleicht noch einmal wiedersieht.

10. Achte auf dein Arbeitszeugnis

Ein gutes Arbeitszeugnis bleibt oft über Jahre dein wichtigster Nachweis. Handle deshalb auch im Abschied professionell und kläre rechtzeitig, wie dein Zeugnis aussehen wird.

11. Wähle den Zeitpunkt mit Bedacht

Es gibt nie den perfekten Moment. Aber es gibt günstigere und ungünstigere. Überlege, wann ein Wechsel für dich und deine Familie am besten passt, und erlaube dir trotzdem, ins Handeln zu kommen.

12. Feiere deine Entscheidung

Ein Jobwechsel ist ein mutiger Schritt. Erkenne an, was du geschafft hast. Feiere deinen Mut und sieh die Veränderung als Anfang von etwas Neuem, nicht als Ende.

 

Fazit: Du musst nicht gleich kündigen, aber bewusst entscheiden

Am Ende ist die Frage „Jobwechsel: ja oder nein?“ keine, die dir jemand anderes beantworten kann. Aber du kannst dir Klarheit verschaffen: über deine Motive, deine Werte, deine Ängste, und die vielen Möglichkeiten, die zwischen Schwarz und Weiß liegen.

Ein Jobwechsel ist kein Versagen, sondern ein Ausdruck von Verantwortung dir selbst gegenüber. Genauso kann es eine starke Entscheidung sein, bewusst zu bleiben, wenn du deinen Job aktiv gestaltest und er wieder zu dir passt.

 

Wenn du das Gefühl hast, dich allein im Kreis zu drehen, begleite ich dich gerne dabei.

Im Coaching findest du Klarheit über deine nächsten Schritte, Mut für deine Entscheidung, und die Sicherheit, dass du diesen Weg nicht allein gehen musst.

👉 Vereinbare jetzt dein unverbindliches Erstgespräch. Wir klären: Wo stehst du gerade? was brauchst du?

 

Häufige Fragen Jobwechsel

  • Ein Jobwechsel wird dann relevant, wenn eine hohe Stressbelastung, berufliche Frustration oder Werte-Konflikte dauerhaft sind und sich weder durch Gespräche noch durch kleine Veränderungen verbessern lassen. Entscheidend ist nicht ein einzelner schlechter Tag, sondern ein Muster, das sich über Wochen oder Monate zeigt.

  • Das passiert und ist kein Weltuntergang. Du gewinnst Erfahrung, neue Kontakte und Klarheit für die nächste Entscheidung. Jede Station bringt dich weiter.

  • Angst vor einer beruflichen Veränderung entsteht oft durch innere Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Andere können das, ich nicht“. Solche Gedanken kannst du z. B. mit den Reflexionsfragen aus „The Work“ von Byron Katie überprüfen und in positive, förderliche Glaubenssätze umwandeln.

  • Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was genau macht dich unzufrieden, und warum? Erst wenn dir die Ursachen klar sind, kannst du entscheiden, ob Jobcrafting reicht oder ob ein Wechsel wirklich nötig ist.

 

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Hi, ich bin Mareike, systemische Coach & Expertin für berufliche Neuorientierung.

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